Digitale Therapiebegleitung für Kinder und Jugendliche

Wichtige Veränderungen, Belastungen und hilfreiche Strategien entstehen häufig zwischen den Therapiesitzungen. Eine digitale Begleitung kann dabei helfen, diese Erfahrungen im Alltag festzuhalten, Entwicklungen früher zu erkennen und die gemeinsame Zeit in der Therapie gezielter zu nutzen.

  • Mehr Orientierung im Alltag
  • Bessere Vorbereitung auf Termine
  • Individuell und freiwillig
Therapeutisches Gespräch mit einer Jugendlichen
Mehr von der Woche verstehen

Beobachtungen aus dem Alltag werden zu einer hilfreichen Grundlage für die Therapie.

Die digitale Brücke

Was zwischen zwei Sitzungen passiert, wird sichtbar.

Eine Therapiesitzung bildet nur einen kleinen Ausschnitt des Alltags ab. Eine digitale Begleitung hilft dabei, wichtige Situationen zeitnah zu dokumentieren – ohne dass im nächsten Termin alles aus dem Gedächtnis rekonstruiert werden muss.

Alltag erfassen

Stimmung, Schlaf, Energie, Stress, Symptome und persönliche Ereignisse können in kurzen Check-ins festgehalten werden.

Muster erkennen

Wiederkehrende Auslöser, Veränderungen und hilfreiche Faktoren lassen sich über mehrere Tage oder Wochen besser einordnen.

Therapie fokussieren

In der Sitzung können wir schneller bei den Themen einsteigen, die im Alltag tatsächlich relevant waren.

Junge Frau reflektiert ihre Gedanken und Gefühle

Einsatz in meiner Praxis

Für die digitale Begleitung nutzen wir dypa.

Dypa ist ein ergänzendes digitales Werkzeug, mit dem ausgewählte Beobachtungen, Entwicklungen und Übungen zwischen den Terminen festgehalten werden können. Die App wird nicht pauschal eingesetzt und ersetzt keine therapeutische Einschätzung. Gemeinsam klären wir, ob und in welcher Form die Nutzung zu Ihrem Kind, der aktuellen Situation und den Therapiezielen passt.

  • Vor dem Erstgespräch: Erste Beobachtungen können geordnet gesammelt werden.
  • In der Diagnostik: Alltagsbeobachtungen können zusätzliche Hinweise liefern.
  • Während der Therapie: Ziele, Belastungen und hilfreiche Strategien werden nachvollziehbarer.
  • Zur Rückfallprophylaxe: Frühwarnzeichen und stabilisierende Faktoren können besser erkannt werden.
Wichtig: Sie entscheiden selbst, welche Inhalte Sie dokumentieren und welche Auswertungen Sie im Termin zeigen möchten. Es gibt keine automatische Übertragung persönlicher Einträge an die Praxis.

Der konkrete Ablauf

So wird Dypa in die Therapie eingebunden.

Die Nutzung bleibt überschaubar und wird individuell an den Behandlungsverlauf angepasst. Es geht nicht darum, möglichst viele Daten zu sammeln, sondern die richtigen Beobachtungen festzuhalten.

Therapiesituation in der Praxis
1

Gemeinsame Zielklärung

Wir legen fest, welche Frage durch die App unterstützt werden soll – etwa Stimmung, Schlaf, Stress oder Konzentration.

2

App einrichten

Gemeinsam wird entschieden, welche Check-ins sinnvoll sind und wie häufig dokumentiert werden soll.

3

Beobachtungen im Alltag

Kurze Einträge halten Stimmung, Ereignisse, körperliche Signale und hilfreiche Reaktionen fest.

4

Auswertung in der Sitzung

Ausgewählte Trends oder Berichte werden gemeinsam im Kontext konkreter Situationen betrachtet.

5

Therapeutische Ableitung

Aus den Beobachtungen entstehen Hypothesen, Wochenziele und passende Übungen.

6

Anpassen oder pausieren

Die Nutzung wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf verändert, reduziert oder pausiert.

Reflexion und Selbstbeobachtung im Alltag

In der Therapiesitzung

Die App liefert keine fertigen Antworten – aber bessere Fragen.

Daten erhalten ihren therapeutischen Wert erst durch das gemeinsame Einordnen. Deshalb betrachten wir Zahlen und Trends immer im Kontext der persönlichen Lebenssituation.

Stimmung und Schlaf

Zeigt sich eine wiederkehrende Verbindung, prüfen wir gemeinsam, welche weiteren Faktoren eine Rolle spielen.

Anspannung und Skills

Nach belastenden Situationen kann dokumentiert werden, welche Übung genutzt wurde und ob sie geholfen hat.

Funktionen mit therapeutischem Nutzen

Je nach Therapieziel werden nur passende Bereiche genutzt.

Check-ins

Stimmung, Schlaf, Stress, Energie, Symptome und individuelle Faktoren kurz dokumentieren.

Trends

Entwicklungen über mehrere Tage oder Wochen betrachten und mögliche Zusammenhänge besprechen.

Interaktive Skills

Atemübungen, Grounding, PMR, Body Scan, Tapping und weitere Übungen im Alltag erproben.

Therapie-Export

Ausgewählte Zeiträume als strukturierte Übersicht für den gemeinsamen Termin vorbereiten.

Dr. Lisa Bernsmann, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin
Aus der therapeutischen Praxis Hilfreich, um den Alltag in die Therapie einzubeziehen.

Therapeutische Einordnung

Dypa bereichert die therapeutische Arbeit: Patient:innen können strukturiert dokumentieren, was uns eine verlässliche Grundlage für die Stunden gibt – und zugleich wertvolle Einblicke in die Zeit zwischen den Terminen ermöglicht.

Dr. rer. medic. Lisa Bernsmann M.Sc.

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin in Privatpraxis

Individuelle Entscheidung

Wann kann die Nutzung sinnvoll sein?

Dypa kann insbesondere dann hilfreich sein, wenn wiederkehrende Veränderungen im Alltag schwer greifbar sind oder zwischen den Terminen konkrete Beobachtungs- und Übungsaufgaben vereinbart wurden.

Vor und während der Diagnostik

Um konkrete Alltagssituationen, Schwankungen und Belastungsfaktoren geordnet zu erfassen.

Zwischen Therapiesitzungen

Um vereinbarte Übungen anzuwenden und relevante Situationen für den nächsten Termin festzuhalten.

Zur Stabilisierung

Um persönliche Frühwarnzeichen, Schutzfaktoren und hilfreiche Routinen weiter im Blick zu behalten.

Nicht jede Person profitiert von regelmäßigem Tracking. Bei starkem Kontrollverhalten oder einer Verschlechterung durch Selbstbeobachtung sollte die Nutzung angepasst oder beendet werden.

Häufige Fragen

Dypa und die Behandlung in unserer Praxis

Muss ich Dypa nutzen, um in der Praxis behandelt zu werden?

Nein. Die App ist ein freiwilliges ergänzendes Werkzeug. Eine Behandlung oder Terminvergabe ist nicht an die Nutzung gebunden.

Sieht die Praxis automatisch meine Einträge?

Nein. Sie entscheiden selbst, ob Sie ausgewählte Ansichten oder einen Bericht im Termin zeigen möchten.

Kann die App eine Diagnose stellen?

Nein. Die App kann Beobachtungen strukturieren, ersetzt aber keine psychotherapeutische oder ärztliche Diagnostik.

Wie häufig soll dokumentiert werden?

Das hängt von der Fragestellung ab. Häufig reicht ein kurzer Check-in pro Tag oder nur in relevanten Situationen.

Können Eltern die App für ihr Kind nutzen?

Je nach Alter und Behandlungsziel kann eine gemeinsame oder elternbasierte Dokumentation sinnvoll sein.

Bekomme ich dadurch schneller einen Therapieplatz?

Dypa kann die Zeit bis zu einem Termin sinnvoll strukturieren, garantiert aber keinen Therapieplatz.

Persönlich und digital verbunden

Sie möchten wissen, ob Dypa für Ihr Kind sinnvoll ist?

Im Erstgespräch klären wir zunächst Ihr Anliegen. Erst danach entscheiden wir gemeinsam, ob die App den diagnostischen oder therapeutischen Prozess sinnvoll unterstützen kann.

Dypa ist ein begleitendes digitales Werkzeug und ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Diagnose, Behandlung oder Krisenversorgung. In akuten Krisen wenden Sie sich bitte an den Rettungsdienst unter 112 oder an eine geeignete Krisenhilfe.